top of page

Johannes 5:18-30 – Jesus tut, was er den Vater machen sieht

  • Autorenbild: David Roncancio
    David Roncancio
  • 3. März 2019
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 8. Sept. 2019


In diesem Abschnitt erklärt Jesus weiter, wie er nicht von sich selbst aus agiert, sondern das tut, wozu er beauftragt wurde und was der Vater schon im Voraus getan hat.


Darum suchten die Juden nun noch mehr, ihn zu töten, weil er nicht nur den Sabbat (Ruhetag) brach, sondern auch Gott seinen Vater nannte, womit er sich selbst Gott gleich machte.


Die religiösen Juden, in ihrem Wunsch die Tradition vor der Gnade aufrecht zu erhalten, planen Jesus zu töten, nicht nur, weil er nicht ihre Gesetze zum Ruhetag hielt, sondern auch, weil er sagte, dass Gott sein Vater war. Die Juden hatten damals den Glauben, dass außer Gott den Vater niemand mehr existierte, obwohl das Alte Testament ganz klar über die Dreieinigkeit spricht. Dann zu sagen, dass mein der Sohn Gottes sei, war genauso als würde man sagen, dass man Gott selbst sei.


Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich selbst aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn.


Jesus erklärt, dass er nur das tut, was der Vater schon vorgemacht hat, und dass er ihn nur dabei imitiert.


Denn der Vater liebt (Gr. phileo) den Sohn und zeigt ihm alles, was er selbst tut; …


Gerade aus der Liebe, die der Vater gegenüber den Sohn hat, zeigt er ihm, was er tut, damit der Sohn lernt und seinen Schritten folgt.


Die Andeutung zum Vater, die Jesus benutzt, traf den Kernpunkt des jüdischen Glaubens, denn die religiösen Juden sagten immer wieder, dass sie Söhne Abrahams seien, aber sie taten nicht, was Abraham gelehrt hatte. Sie folgten nicht seinen Schritten.


… und er wird ihm noch größere Werke zeigen als diese, sodass ihr euch verwundern werdet.


Die religiösen Juden sprachen ständig über die großen Werke Gottes in der Vergangenheit und über Jesu Wunder, verstanden aber nicht, dass der Vater vorhatte ihnen noch viel größere Werke zu zeigen, und zwar durch den Sohn: …


Denn wie (exakt gleich wie) der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, welche er will.


… Die Auferstehung der Toten und das Geschenk eines neuen Lebens für die, denen Jesus es geben wolle.


Denn der Vater richtet (unterscheidet, verurteilt) niemand, sondern alles Gericht (Entscheidung, Gerechtigkeit) hat er dem Sohn übergeben, damit alle den Sohn ehren (schätzen), wie sie den Vater ehren (schätzen). Wer den Sohn nicht ehrt (ehren will), der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.


Sogar das Endgericht, welches vorher in der Hand des Vaters war, hat er dem Sohn delegiert, der, da er 100%ig Mensch und 100%ig Gott war, besser die menschliche Natur und deren Kämpfe verstehen konnte, und so auch gerechter richten konnte, damit auf diese Art und Weise alle den Sohn ehren, so wie sie den Vater ehren.


Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort (Gr. logos – Vernunft; göttlicher Ausdruck) hört und dem glaubt (vertraut), der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen (Ortwechsel).


Wer Jesus vernünftige Worte akzeptiert und zudem auch dem Vater glaubt und vertraut, hat dieses ewige Leben und wird nicht vor Gericht sein um gerichtet zu werden, sondern in einem anderen Ort. Von einem Ort des Todes wird er zu einem Ort des Lebens wechseln.


Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Die Stunde kommt und ist schon da, wo die Toten die Stimme (den Ton) des Sohnes Gottes hören werden, und die sie hören, werden leben. Denn (exakt so) wie der Vater das Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohn verliehen, das Leben in sich selbst zu haben. Und er hat ihm Vollmacht (Gr. exousia – im Sinne von Fähigkeit; Privileg, Kraft, Kompetenz, delegierter Einfluss) gegeben, auch Gericht zu halten, weil er der Sohn des Menschen ist.


Jesus prophezeit hier, was im Moment seines Todes geschehen würde: Er selbst würde die Toten, die seine Stimme hören, auferwecken. Was auch hieß, dass er zu den Toten herabgehen würde (ins Scheol, das Totenreich) und zu ihnen sprechen würde, indem er ihnen so auch die Möglichkeit gab, von ihm zu hören und eine Entscheidung zu treffen. All dies, weil Gott selbst dem Sohn das Leben gegeben hat, damit dieser die vom Vater delegierte Autorität hat, um dasselbe wie der Vater zu tun: Leben zu geben.


Verwundert euch nicht darüber! Denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern (Gr. mnemeion: Erinnerung) sind, seine Stimme hören werden, und sie werden hervorgehen (weggehen): Die das Gute getan haben, zur Auferstehung (um erneut von den Toten aufzustehen) des Lebens; die aber das Böse (Verrottete) getan haben (praktiziert, gewöhnlich tun oder mehrmals ausüben), zur Auferstehung des Gerichts.


Hier spricht Jesus über die zukünftigen Zeiten, das Ende der Zeiten. Dann werden alle auferstehen und in zwei Gruppen getrennt werden: die das Gute getan haben um Leben zu bekommen, und die das Böse (Schlechte) ausgeübt haben um in Gottes Gericht zu gehen.


In einigen Übersetzungen finden wir das Wort Hades um die Gräber zu beschreiben. Im griechischen Original wird nicht Hades sondern Mnemenion benutzt, was einfach Erinnerung heißt und einfach benutzt wurde um die Gräber als einen Ort der Erinnerung zu beschreiben. Im jüdischen Glauben gingen die toten Menschen in einem Ort genannt Scheol. Der fleischliche Körper blieb im Grab und wurde Staub, während die Seele und der Geist in den Scheol gingen. Der Scheol, welches später fälschlicherweise als Hades übersetzt wurde, ist ein Ort, in welchen sowohl die Gerechten wie die Ungerechten gingen. Es war ein vorübergehender Ort um auf das göttliche Gericht zu warten. Hiob hat es als positiv gesehen (Hiob 14:13). Man glaubte, dass er sich unter der Erde befand, und dass Gott dorthin gehen und die Toten rausholen konnte (Sprüche 15:11; Psalm 139:7-8). Das Wort Hades wurde von den Griechen eingeführt, die eher an einem Ort glaubten, die dem katholischen Fegefeuer ähnlich war, im welchem die Toten in zwei Gruppen getrennt wurden: Die Guten, die sofort ins Paradies kamen, und die Bösen, die in einem Ort des Leidens und Richtens kamen, aber dieses war nicht die Hölle. Sowohl Griechen, wie auch Juden machten einen Unterschied zwischen Scheol oder Hades und der Hölle. Wenn die Griechen von der Hölle sprachen, dann sagten sie Gehema, der See des Feuers – Markus 9:43-44; Offenbarung 20:10, 13-14.


Ich kann nichts (nicht in der Lage sein) von mir selbst aus tun. Wir ich höre, so richte (entscheide) ich; und mein Gericht (meine Entscheidung) ist gerecht, denn ich suche nicht meinen Willen (Ziel, Wunsch), sondern den Willen (Ziel, Wunsch) des Vaters, der mich gesandt hat.


Jesus endet damit, dass er das Thema, mit welchem er angefangen hatte, abrundet: Er tut nichts, was sein Vater nicht vorher schon gemacht hat und er richtet, nach dem was er hört. Von wem? Ganz bestimmt vom Vater. Aber im Unterschied zu dem Rest der Menschen, die nach ihrer eigenen Zweckmäßigkeit oder den persönlichen Wünschen richten, richtet Jesus auf gerechte Weise, weil er nicht danach trachtet, das zu tun, was für ihn besser ist oder passt, sondern das, was der Vater schon entschieden hat zu tun.

 
 
 

Kommentare


bottom of page