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Johannes 5:1-17 – Jesus und die Gesetzlichkeit wegen dem Ruhetag

  • Autorenbild: David Roncancio
    David Roncancio
  • 2. Feb. 2019
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 8. Sept. 2019


Wir machen weiter mit einem weiteren Heilungswunder von Jesus, aber dieses Mal ist der Hauptpunkt der Geschichte die Gesetzlichkeit der religiösen Juden in Bezug auf dem Ruhetag (sei es der Samstag oder der Sonntag).


Danach war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem. Es ist aber in Jerusalem beim Schafstor ein Teich, der auf Hebräisch Bethesda (Haus der Gnade/der Barmherzigkeit) heißt und der fünf Säulenhallen hat (oder: dessen Name in Aramäisch Betzatha war).


Jesus geht wieder zu einem der jüdischen Festen. Der Autor erklärt uns nicht um welches Fest es sich handelt, aber es bedarf von Jesus, dass er wieder nach Jerusalem ging. Als er in Jerusalem durch eines der 12 Tore der Stadtmauer ging, das Schafstor, durch die die Hirten regelmäßig ihre Schafe zum Weiden brachten, kommt er an einem sehr bekannten Teich vorbei. Es ist interessant, dass Jesus dieses Tor wählt, denn er wird später als der Gute Hirte bekannt.


In diesen (Säulenhallen) lag eine große Menge von Kranken, Blinden, Lahmen und Abgezehrten. (*) Es war aber ein Mensch (Kranker) dort, der 38 Jahre in der Krankheit zugebracht hatte.


(* Der Abschnitt, der hier in vielen Übersetzungen zu findet ist, befindet sich nicht in den älteren Originaltexten vor). Dieser Teich war von Säulenhallen umgeben, in denen viele Kranke waren, die auf Heilung hofften. Die Tradition sprach davon, dass ab und zu ein Engel von Gott runterkam und das Wasser bewegte. Wenn dies passierte, wurde die erste Person geheilt, die an das Wasser gelang und dort untertauchte. Unter diesen Kranken war ein Mann, der schon 38 Jahre dort war und auf eine Chance wartete.


Als Jesus diesen daliegen sah und erfuhr, dass er schon so lange Zeit (in diesem Zustand) war, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden?


Jesus sieht diesen Mann und erfährt über seinen Zustand, und trotzdem fragt er ihm etwas, was für uns komplett unlogisch scheint: Willst du gesund werden? Warum fragt Jesus das? Ist es denn nicht offensichtlich, dass dieser Mann Gesundheit braucht? Es kann sein, dass es offensichtlich war, aber Jesus‘ Frage hat einen tieferen Sinn. Jesus möchte auf die wahre Not dieses Mannes eingehen, nicht auf das Oberflächliche. Dieser Mann war schon 38 Jahre dort und hatte anscheinend keine große Anstrengung gemacht um in den Teich reinzukommen. Wollte er wirklich gesund werden? Oder hatte er schon längst aufgegeben?


Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser bewegt wird; während ich aber selbst gehe, steigt ein anderer vor mir hinab.

Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm deine Liegematte und geh umher!


Die Antwort dieses Mannes ist ausweichend. Er antwortet nicht Ja oder Nein, sondern sucht eine Ausrede um zu erklären, warum er nach so viel Zeit dort noch nicht geheilt wurde. Dieser Mann schaut auf die Umstände um sich und sucht in denen eine Ausrede. Die Frage Jesu bringt den Mann dazu zu zeigen, dass er längst schon aufgegeben hatte. Aber Jesus hatte ihn noch nicht aufgegeben und fordert ihn einfach auf aufzustehen, seine Matte zu nehmen und zu laufen. Dieser Mann hatte keine Anzeichen gegeben irgendwelchen Glauben an den Mann zu haben, der ihn gerade diesen Befehl gab oder daran, dass Gott selbst ihn heilen würde. Er bittet noch nicht mal um seine Heilung.


Und sogleich wurde der Mensch gesund, hob seine Liegematte auf und ging umher.


Mit dem bloßen Befehl Jesu wird dieser Mann gesund und gehorcht ihn. Etwas muss dieser Mann in seinem Körper gespürt haben, dass ihm dazu gebracht hat Jesus zu gehorchen und zu gehen. Wir sehen wieder, dass der Glaube Jesu den Kranken geheilt hat, nicht der Glaube des Kranken.


Es war aber Sabbat an jenem Tag (Hr. Shabbath: der Ruhetag). Nun sprachen die Juden zu dem Geheilten (Gr. Therapeuo: von Krankheit befreien): Es ist Sabbat (Ruhetag); es ist dir nicht erlaubt, die Liegematte zu tragen!


In der jüdischen Tradition durfte man am Ruhetag (Freitagabend bis Samstagabend für sie, jetzt Sonntag für die Christen) nicht arbeiten oder irgendwelche Aktivität ausführen, in der man irgendeine Anstrengung ausübte machen. Deshalb, als die religiösen Juden sehen, dass dieser Mann seine Matte trägt, wird er von ihnen zurecht gewiesen. Die Religiösen zeigen nicht das Mindeste an Barmherzigkeit, ihnen interessiert nur, dass die Regeln eingehalten werden.


Er antwortete ihnen: Der mich gesund machte, der sprach zu mir: Nimm deine Liegematte und geh umher!

Da fragten sie ihn: Wer ist der Mensch, der zu dir gesagt hat: Nimm deine Liegematte und geh umher?

Aber der Geheilte wusste nicht, wer es war, denn Jesus war weggegangen, weil so viel Volk an dem Ort war. (Original: Jesus war unter der Menschenmenge untergetaucht).


Hier sehen wir nicht nur, dass die geheilte Person weder Glaube noch irgendwelche persönliche Hoffnung auf eine Heilung hatte, sondern auch keine Ahnung hatte, wer überhaupt Jesus war. Er kannte ihn nicht und hatte anscheinend auch nicht von seinem Ruhm gehört. Wir sehen auch, dass Jesus nicht dieses Wunder tut um öffentlich bekannt zu werden, sondern, dass er gleich nach der Heilung des Kranken sich unter die Menge mischt und verschwindet. Er versucht nicht Aufsehen zu erregen.


Danach findet ihn Jesus im Tempel (das gesamte Areal des Tempels) und spricht zu ihm:

Siehe, du bist gesund geworden, sündige (das Ziel verfehlen) hinfort nicht mehr, damit dir nicht etwas Schlimmeres widerfährt!


Jesus hat diesen Mann nicht nur geheilt, er geht und sucht ihn danach um ihn auch Errettung zu geben. Das Ziel Jesu ist wieder einmal nicht nur die Heilung von jemanden, sondern seine Errettung. Wir sehen dann, dass er ihn sucht und ihm im Areal des Tempels findet; möglicherweise im äußeren Platz, da nur dort sich die gewöhnlichen Menschen aufhalten durften. Dort konfrontiert er ihn mit seinen Sünden, (wir wissen nicht welche, denn es wird nicht erwähnt), und macht ihm klar, dass er nicht weiter sündigen soll, damit nicht was Schlimmeres passiert. Jesus ruft ihn praktisch zur Umkehr.


Da ging der Mensch hin und verkündete den Juden, dass es Jesus war, der ihn gesund gemacht hatte.

Und deshalb verfolgten die Juden Jesus (nicht im Original: und suchten ihn zu töten), weil er dies (wegen den Sachen, die er) am Sabbat gemacht hatte. Jesus aber antwortete ihnen: Mein Vater wirkt (arbeitet) bis jetzt, und ich wirke (arbeite) auch.


Dieser Mann wusste wirklich nicht viel über Jesus, deshalb hat er kein Problem damit zu den religiösen Juden zu gehen, die ihn vorher befragt hatten, um ihnen zu sagen, wer ihn geheilt hatte. Wir sehen, dass dies nur den Hass der religiösen Juden gegenüber Jesus stärkt, denn er tat einfach alles, was in ihrer Gesetzlichkeit verboten war, und sie achteten nicht auf Gottes Barmherzigkeit und Liebe. Eines dieser Punkte, war das Heilen am Ruhetag. Jesus erklärt später, dass der Ruhetag nötig ist, aber dass dies nicht heißt, dass wir deshalb nicht das Gute tun können. Die religiösen Juden sahen nur die Regeln, aber schauten nicht auf die Nöte der anderen.


Heutzutage ist es ähnlich, wenn zum Beispiel jemand gerichtet wird, weil er nicht jeden Sonntag zur Kirche geht, sondern Zeit für das Ausruhen und seine Familie nimmt, oder um jemanden in Not zu besuchen. Wenn wir verstehen, dass die Gemeinde nicht eine Ort ist, sondern wir als Personen, als Gemeinschaft, und dass die Gemeinde dort ist, wo zwei oder drei zusammen im Namen Christi versammelt sind, dann wissen wir, dass nicht so sehr die Sachen, die wir am Ruhetag tun, wichtig sind, sondern der Fokus, den wir dabei haben. Lass uns aber nicht vergessen, dass Gott die regelmäßige wöchentliche Ruhezeit eingeführt hat, als wichtiger Teil in unserem Leben, und dass er selbst Beispiel gewesen ist und auch geruht hat. Sowohl die Bibel, wie auch die Ärzte, stimmen überein, dass Ruhen wichtig ist für unserem Körper. Aber das Ausruhen sollte auch keine Ausrede sein um das Werk des Vaters zu tun: die, die es brauchen zu heilen und zu retten.

 
 
 

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